Friedliebende Thais? Noch so’n Spruch-Kieferbruch!

LAST-CUT

Es soll weit hinter den Landesgrenzen Thailands Gefilde geben, in denen sich Kneipen- und Partybesucher nach einem gelungenen Abend in der Regel fröhlich verabschieden und tatsächlich ohne Knochenbrüche, Stichwunden und Schussverletzungen nachhause kommen. Besonders in Bangkok, Pattaya, im Isan und auf Phuket, den Alkohol- und Testosteron-Krisengebieten im Land of Smiles, scheint eine unbeschadete Heimkehr eher zu den willkommenen Ausnahmen zu gehören. Wenn es um Schlägereien geht, kann man die Thais getrost als die Vandalen Asiens bezeichnen. Einige Provinzen könnten sich durchaus den Spruch; Wo gehobelt wird, da fallen die Zähne, ins Wappen meißeln. Denn gehobelt wird hier ohne Ende! Die Nation scheint sich alljährlich für den Pol Pot Preis für Frieden und Menschenrechte nominieren zu wollen.

hanged student outside the Thammasat University in this Oct. 6 1976

Thammasat University Oct. 6 1976 Traditions-Uni? Oder Tradition der Gewalt? Von der viel zitierten „Thainess“ und traditionellen Werten kann ja wohl nicht die Rede sein

Studenten bekriegen sich mit Macheten und schießen auf Schulbusse. Die Bangkok Polizei verzeichnete in der Zeit von Januar bis Juli über 1.000 blutige Kämpfe zwischen rivalisierenden Schul-Gangs. Landesweit dürfte die Zahl erheblich höher liegen. „Ich stach einem Studenten mit einem Messer in den Kopf“, sagte Pond, ein pickeliger 18-Jähriger, bei seiner Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft. Das Beispiel der Anklagebehörde, dem Jugendlichen lediglich eine geringe Geldstrafe für das unerlaubte tragen eines Messers zu verpassen, scheint wenig geeignet die Gewaltbereitschaft einzudämmen. Und so wird weiter munter ´drauflos gedroschen, geschossen und gestochen. tzzzz

Thailand verfügt über eine der weltweit höchsten Mordraten Pro-Kopf der Bevölkerung. Die zuletzt im Jahr 2000 von der UN ermittelte Zahl von 5.140 Morden, soll nach inoffizieller Schätzung inzwischen die 6.000 Marke weit überschritten haben. Wen wundert’s, wenn jeder Freddie Krüger und Charles Manson Imitator mit einer kleinen Geldspende davonkommt?

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Nur gut, dass es im Parlament keine Klappstühle gibt…

Politiker Söhne beenden einen Disco-Disput mit Hilfe ihrer Bodyguards Smith&Wesson. An den Garküchen der Fressmeilen fliegen bei der allabendlichen Blutpolka irgendwo die Plastikstühle, bevor man zur Fäuste-Kirmes übergeht. Da wird die Soi zur Boxengasse. Ein hochrangiger Zollbeamter verpasst einem Security Guard am Suvarnabhumi Flughafen einen katholischen Elfmeter, weil dieser darauf bestand, dass jeder ungeachtet der Person oder Stellung, durch die Sicherheitsschleuse zu gehen hat. Alltag im Land des Lächelns. Um es kurz zu machen, für Harmonie-Junkies ist ein Thailandbesuch das Äquivalent zu einer Feuerzangenbowle mit Nugattorte für Diabetiker im Endstadium. Oder anders gesagt, wer hier Selbstmord begeht, ist vielleicht nur etwas zu ungeduldig.

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Sieht nach einer gelungenen Betriebsfeier im Thai-Style aus

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Bühne frei für Rummelringer und Kirmesboxer

Seit 2010 gibt es ein Forum in der Bangkok Post zum Thema: „Farang cannot know Thai-ness.” Nun, wenn ich die Meldungen über eine der letzten Demonstrationen von Thai-ness lese, bin ich eigentlich froh darüber. Am Freitag dem 14. Dezember organisierte die Auto Alliance in Sri Ratcha, nordlich von Pattaya, ein Betriebsfest für 4.000 Mitarbeiter eines gemeinsamen Projekts der Firmen Ford und Mazda. Was sich auf diesem Fetztival der guten Laune abspielte, hätte auch eine Menge Szenen für Horrorfilme à la „Freitag 13th“ oder „Damenwahl im Neandertal“  abgegeben. Irgendwo in der Masse entflammte ein kleiner Streit, von dem anschließend niemand mehr wusste, worum es ging. Zuerst flogen die Fäuste, dann Gläser, Stühle und Flaschen, Schüsse fielen und es kam zu Explosionen. In Minutenschnelle entwickelte sich das Fest zum Jahrestreffen der Fachkräfte für narkosefreie Kieferchirurgie. Es müssen sich hunderte Knorpelknicker und Trommelfellquetscher  an der Gewaltorgie beteiligt haben. 30 Personen, darunter 10 Frauen, wurden beim anschließenden Panik-Run, dieses Mal vorbei am Büffet, auf die Ausgänge zum Teil schwer verletzt. Einer trug Bauchverletzungen durch eine Heimwerker-Handgranate davon. Die zehn Polizisten, die auf der Party für Ruhe und Ordnung sorgen sollten, fanden sich etwas unterbesetzt und warteten lediglich an den Ausgängen der Halle, um den Testosteron Opfern  zu helfen, die dem Chaos entkommen konnten. Wieder ein exemplarisches Beispiel für die oft beschworenen Begriffe von Thai-ness und Thai moral standards.

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Bring Your Own! „Man sagte mir, ich sollte doch ein paar Cracker mitbringen, wenn ich kein Geld für eine Flasche Whisky habe.“

Geht man von den üblichen mehr als 350 Verkehrstoten aus und zählt noch die Opfer von den obligatorischen Kneipenschlägereien hinzu kann man sagen, so ein Jahreswechsel eignet sich bestens, um die drohende Überalterung des Landes in den Griff zu bekommen.

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Unter Intensiv-Station Aufsicht, ist auch auf der Party!

Wer immer noch glaubt im “Land of Smiles” werden Respekt, Friedensliebe und zivilisierter Umgang mit Andersdenkenden als Teil des Miteinanders akzeptiert, der kann für eine Lektion in „Thainess“ und „Thai culture“,  ja einmal in diese YouTube clips ´reinschauen:

Bring out truth about Tak Bai: rights advocate 

Im Übrigen wurde ich Gestern Zeuge, wie ein Motorbike-Jockey seinen 5-jährigen Sohn in Anwesenheit von mindestens 10 Nachbarn mehrfach an den Kopf getreten hat. Ist schon OK,- ist ja sein Sohn! Noch Fragen?

 

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