„Maschendraht Zaun“ V

Doctor Copter

 “Put your hands in the air simple Simon says” so lautet der Refrain eines Uralt-Hits einer Band mit dem Namen 1910 Fruitgum Company. Und da der Protagonist dieser Episode ständig mit den Armen rudert, was ihn aussehen läßt wie ein im Fallwind trudelnder Helikopter, bekam er irgendwann diesen Spitznamen. Der „Doctor.“ ist eher eine Anleihe aus Polen, der Heimat seiner Ur-Ahnen, wo die meisten Unterschichtler immer noch glauben, das wäre ein gängiger christlicher Vorname, so wie Kacper, Kazimierz, oder Zbigniew. Aber die Einwohner in Copter’s Heimatstadt Manchester, nennen sich selbst ja auch „Mancunian.“ Unter Berücksichtigung aller Aspekte der Evolutionstheorie, ist der Kerl bestenfalls als „Übergangsmensch“ zu bezeichnen. Schließlich bedeutet Evolution- Höherentwicklung der Lebewesen. Etwa 45 Jahre alt, groß und kräftig, rennt er pausenlos mit dem Handy am Ohr über den Parkplatz, fuchtelt mit dem jeweils freien Arm in der Luft, als würde er Wolken verschieben und grölt ins Telefon, als müsste er wie ein Steuermann durch ein 100m langes Messingrohr Befehle von der Brücke an den Maschinenraum geben.

Nur einer kann der "richtige" Dr. Copter sein. Na, welcher isses?

 Er ist so der Typ, dem man auf 50 m Entfernung ansieht, daß seine Mutter auf Rosenzüchterausstellungen in den feineren Vororten Manchesters Freibier klaut. Gottseidank wohnt Copter nicht ständig im Barrio. Er treibt sich meist in Hua Hin herum, wo er als Telefonbandit für einen Timeshare-Taliban englische Senioren (ebenfalls Mancunian) übers Ohr haut, und von explosionssicheren Reiskochern, bis zu Kugelschreiber-Kameras mit allem dealt, was ihm in die Finger kommt. Wie der Mann das hinkriegt ist allen ein Rätsel, denn kaum jemand versteht ihn, da bei ihm jeder Kommunikationsversuch zur Bambi Verleihung der babylonischen Sprachvielfalt ausartet. Er behauptet, er spricht Englisch, aber weder Londoner, Iren, Kanadier oder Australier verstehen sein Kidney-Pudding Latein. Was immer er von sich gibt gleicht einem Grunzen, daβ dem Wörterbuch für Unmenschen entnommen ist. Aber als weitgereister Geschäftsmann spricht er, im Gegensatz zu vielen seiner Landsleute, tatsächlich eine Fremdsprache. Ausgerechnet: Hindi! Nach einem missglückten Deal im pharmazeutischen Bereich, erhielt er ein vierjähriges Stipendium, inklusive gebührenfreien Sprachkurs und ohne lästige Antragsformulare für ein Education-Visa, im Kleinkriminellen-Kolleg Kolkata, hinter indischen Gefängnismauern. 

Copter im engen Familienkreis nach seiner Entlassung aus dem Kuttel-Curry Palais in Kolkata

 Wer sich im Backpacker-Urlaub auf dem Subkontinent als so clever erweist, dem würde jeder Dorfschullehrer einen dreistelligen IQ bescheinigen,- aber mit Komma! Ich hoffe, er benutzt bei seinen sexuellen Feldstudien in den Puffs von Pattaya, Bangkok und Hua Hin Kondome, sonst entsteht aus der Vereinigung, Isan Bargirl meets intelligenzresistenten Mancunian, eine genetische Kernschmelze erster Güte.

 Wenn Copter zu Besuch in Bangkok ist, verweilt er gern im Appartement, das er für seine lokale Gespielin, die wir unter dem Namen „Madame tripple D“ kennen, gemietet hat. Böse Zungen behaupten, daß sie nur über die Kurtisanenzwangsquote Einzug in den Haushalt fand, denn um  bei ihrem Anblick pre-koitale Anwandlungen zu erwecken, bräuchten die meisten Männer einen Prostataschrittmacher. Copter hat sie schon vor Jahren in einer der Bars aufgegabelt. Inzwischen ist sie aber zu fett für den Job als eine von Patpongs Prinzessinnen auf der Gurke. Sie hat eine Figur die an eine Kühlschrankverpackung erinnert, wären da nicht diese Riesenhupen auf halber Höhe. Dabei ist sie bei immensem Körperumfang zugleich geistig unterzuckert. Man fragt sich, wie oft sie wohl schon fälschlicher Weise in Gemüsemärkten als Melonendiebin bezichtigt wurde. Die wäre gut als Stargast bei der wöchentlichen Mitleidsparty der Weight Watchers. Den Brüsten nach zu urteilen, muß sie proportional Lungen von der Größe eines Blauwals haben. Meist zwängt sie die Möpse in ein Verlegenheits-Dekolleté, das aussieht wie Tsunami im Knödelkochbeutel.

Madame Tripple D beim einarmigen Reissen in der Halbliter-Klasse

 Während ihr Freund sich in den Pubs der Glöckchentherapie hingibt und Lokalrunden einbimmelt, sitzt sie allabendlich vor dem Krämerladen und schaufelt so geschickt Unmengen Fressalien in sich hinein, daβ jeder Lappe 10 Rentiere für sie bezahlen würde, um seine Garageneinfahrt dank ihrer Fähigkeiten schneefrei zu halten.  Nach einer Portion gekochter Hühnerfüsse, einer halben Schweinshaxe, dem obligatorischen Teller mit Somtam, sechs Springrollos, Nudelsüppchen und einem Container Klebreis, spült sie das Ganze mit SengSom, Bier und Rotwein der Marke Sukhumviter Schädelspalter herunter!

 Fast hätte ich es vergessen, Madame Tripple D hat noch eine dritte herausragende Eigenschaft. Ihre Stimme! Dieser fettleibige Trompetenkäfer klingt wie Ratzinger auf Helium und zwar in einer Lautstärke, die selbst Pfauen vor Neid  die Federn verlieren lassen würde. Wie in jeder guten Beziehung gab es Krach beim dämonischen Duo. Mit schwingenden Armen wie beim Kundenbeschwichtigungstanz, schrien sich Copter und Tripple D an, daß es wie bei der Hummelfluch WM durch die Sois schallte.

 Nachdem der Insel-Depp ihr jahrelang vorgeschwärmt hat, daß Manchester United das beste Fussballteam der Welt habe, hat sie sich beim lokalen Loanshark 5.000 Baht gepumpt, um auf seinen Club beim Untergrund-Toto zu wetten. Natürlich hat Manu das Spiel verloren und die Queen of Hartz wollte darauf die Kohle von ihrem Bekannten erstattet haben. Spätestens als er sie fragte, ob sie eventuell unter „Denkwehen“ leide, war der Streit da. Tja, aber was soll man schon erwarten? Das sind eben Leute, die vom Unterschichten-Fernsehen gebraucht werden und gerne zum Thema „Hilfe, mein Nachbar wohnt nebenan” interviewt werden.

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