„Maschendraht Zaun“ III

Discalimer: Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen sind rein zufällig, eigentlich sogar unwahrscheinlich. Also kommt mir nicht mit der Nummer ich kenne den Typen- das ist eine Story über meinen Onkel und seine Parkbankbekanntschaft und nun nehmen wir uns einen Advokaten…

Amselfelder

 Die Bosnisch-serbokroatische Kosovo Balkankrokette mit tasmanischem Pass, glitscht auf einer Schleimspur durchs Leben, wie eine Nacktschnecke auf der Flucht. Der Mann streckt jedem Passanten in eklatant aufdringlicher Weise bereits die Hand entgegen, während er noch am Bahnhof steht und würde wahrscheinlich auch zur Eröffnung einer Postwurfsendung erscheinen. Er unternimmt alles, um seinem Ruf als Kuschelkönig gerecht zu werden. Das ist  jemand, der es versteht, sich in jeder Situation, so anzupassen, daβ für ihn jeweils der maximale Vorteil resultiert. Grease bezeichnete ihn einmal als Amselfelder-Casanova und fragte, was dieser wohl mit einem Reinigungsmittel gemeinsam hat. Antwort: Beide wirken schnell, dringen tief ein, riechen streng und hinterlassen keinen Ring! Natürlich verfügt auch er über eine Vita, die ihn als Personalunion von Indianer Jones, James Bond, Rambo und Putin dem Schrecklichen ausweist. Wahlweise erzählt er selbst Leuten in der U-Bahn von seiner Zeit als Business Consultant in China, wo millionenschwere Instant Nudel Magnaten Heisshunger auf seine kroatischen Weisheiten verspürten, von seiner Zeit als Restaurantbesitzer in Brisbane, IT Spezialist (Experte für Weltweites Gewebe) und Kriegsheld im Kosovo, wobei er je nach Laune die Seite wechselt, auf der er gekämpft haben will.

 Er sieht in etwa so aus wie ein Zwillingsbruder von Italiens berühmtem Schiedsrichter, Pierluigi Collina, nachdem dieser eine Woche lang in einem Whirlpool mit Milch, Kalk und Joghurt gedöst hat. Zunächst machte er einen ungefährlichen Eindruck, was sich aber durch die Beziehung mit einer Massage-Parlor Polytoxikomanin schnell und nachhaltig änderte. Die Genitalkneterin aus Thailands Norden, war bis zum Erscheinen von Mr. Pusztablut nicht dafür bekannt, ein Drogenproblem zu haben. Doch schon ein paar Wochen nach dem ersten Speed-Dating entwickelte sich seine Knete Käthe zum Amphetaminchen, mit anhaltender Kieferkirmes und Gesichtskino im Dauer-Abo, wenn die beiden allabendlich wie „Kalle und Conny Kaputt“ durch die Sois schlichen. Da in Bangkok selbst unter den trillionen Uniformträgern, von denen er tonnenweise Visitenkarten einsammelte, die er bei gegebenem Anlass herumreichte, kaum Bedarf an bezahltem Kroaten-Consulting bestand, konnte er bald die als Zuschuss zum Lebensunterhalt getarnten Kosten für Maurerkoks, Kung Fu Puder und Kräuter der Bronx für seinen zweibeinigen Staubsauger nicht mehr finanzieren.

 Sowie ihr Pegel an körpereigenem THC in Richtung Empty ausschlug, zertrümmerte sie die Einrichtung und ging bewaffnet mit einem Tranchiermesser auf ihren Provider los, bevor sie verschwand. Er jammerte tagelang wie ein getretener Hund und gab den Naiven, der noch nie etwas von Drogen und deren Auswirkungen gehört hatte. Unter den Nutten im Barrio kursierte derweil das Gerücht, daβ der Amselfelder Casanova seine Schäferstündchen bereits vorher gerne mit Hilfe von Tütchen voll Blödenstaub zu Kristallnächten aufgepeppt hat, bevor es daran ging, mit einem der Mädels gegenseitig die Geschlechtsteile zu verwöhnen.

 Seine Billigbude war inzwischen in einem Zustand, daβ man sie selbst in den Margarinesiedlungen Tripolis´ als vorrangiges Evakuierungsobjekt klassifiziert hätte. Also verschwand auch er für ein paar Wochen. Während seiner Abwesenheit brach seine Yaba-Jule in die Bude ein, um bislang verschonte Sachen zu klauen, die sich noch verscherbeln liessen. Als er zurückkam stank es in der Kemenate wie in einer Fledermaushöhle, in der Kakerlakenbrigaden mit monatealten Essenresten Polonaisen und Pizza-Frisbee veranstalteten.

 Bei seiner Rückkehr standen neben den Vermietern auch noch die Cops vor der Tür. Es stellte sich heraus, daβ seine Freizeitdrogistin inzwischen in Polizeigewahrsam saβ, weil sie zu blöd war sich am Drogen-Bingo der Cops zu beteiligen. Bei dieser Art Amphetamin-Allotria bekommen vornehmlich Bargirls Drogenbriefchen von den uniformierten Dealern, die eine Telefonnummer enthalten. Die Mädels, meist zuvor mit kleinen Mengen Drogen erwischt, werden angeheuert, um die Briefchen an Ausländer zu verkaufen, die dann von den Cops eingesammelt und gemolken werden. Erwischt sie ein Kollege aus einem anderen Bezirk, ruft er die Nummer an und erfährt, daβ das Strichninchen „undercover“ für einen Kollegen arbeitet. Da die Wohnung, in der die Cops zumindest Spuren von Drogen fanden nun unter Amselfelders Namen lief, baten sie ihn zu einem Interview.

 Danach war die Kroatsbeere wie verwandelt. Er tobte unermüdlich durch die Nachbarschaft und fragte jeden, unter dem Deckmantel ehrlichen Interesses, über jeden aus. Er benahm sich wie ein GEZ-Spitzel von der ARD-Trenchcoatbrigade. Da der eine oder andere Nachbar klammheimlich schon Mal gerne sein Kräuterkippchen geraucht hat, wurde Willy Wichtig darauf aufmerksam gemacht, daβ schon ganz andere Leute mit dem Kopf nach unten in den Klongs vorbeigeschwommen sind. Danach wurde unsere „Ćevapčići Connection” in der Nachbarschaft nicht mehr gesehen…

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