Eigentlich fehlt nur noch „Caviar made in Thailand“

 In Ost- und Südost Asien wird alles gefaked, kopiert und zusammengefummelt, was sich zu Geld machen läβt. Von den Luxus-Assessoires bis zu erfolgreich auf dem Markt positionierten Austernsaucen, über iPads und iPhones, bis zu Autoteilen und Parfüms. In Myanmar stellen sie sogar Hühnereier im Mangroven-Labor her. Gekauft wird das Zeug keineswegs nur von lable-geilen oder hodenlosen Ausländern. Jede von der Reisbauerntochter zur Pussy Parlour Protagonistin mutierte Thai, torkelt auf getürkten Gucci-Pömps, im sweat-shop Ferragamo Fummel mit einem burmesischen Einkaufsbeutel der Firma Hermes durch die Sois, selbst wenn sie nicht zu den schärfstes Chilis am Strauch zählt.

 Trotz aufopferungsvoller Versuche der thailändischen Züchter, blieben bisher alle Bemühungen die heimische Produktion von Kaviar in Schwung zu bringen erfolglos. Eine Lösung für das Problem kommt, wie so oft, aus Thailands und Chinas berühmten Fälscherwerkstätten: 

 Alle Jahre wieder liefern Thailands Behörden eine Show ab, bei der gefälschte Waren zerstört werden. Von Branchenkennern und Wirtschaftsjournalisten wird das Bulldozer-Ballett eher mit Erheiterung zur Kenntnis genommen. Das ist in etwa so, als hätte Bernhard Grzimek Deutschlands Tierliebhaber mit der Nachricht über die Geburt eines Albino-Polarbären im Frankfurter-Zoo hinters Licht geführt. Die Logenplätze dieser Veranstaltung sind den Botschaftsvertretern der am häufigsten geschädigten Nationen vorbehalten. Die Auslandsvertreter von China, Myanmar, Taiwan und Korea, verzichten auf die Teilnahme, um nicht in Tränen auszubrechen, wenn die Canto-Pop Klingeltöne der iPhones aus heimischer Produktion unter den Walzen in echt ächzendes Knirschen wechseln.  Die Aktionen ähneln einer noch zu erwartenden Nummer, bei der Christos mit einer Weltverhüllungsgardine endgültig den gesamten Globus einwickelt. 

 Wenn kein geringerer als ein Vize Handelsminister, den Vorsitz über die Hütchenspielerei vor Diplomaten und internationaler Presse übernimmt, warte ich jedes Mal darauf, ob er sich zu der Bemerkung „Wer an Telekinese glaubt, hebt bitte meine rechte Hand…” hinreissen läβtAus derselben Richtung erwartet man schliesslich auch Fragen wie: „Who the f?ck is General Failure and why is he reading my hard disc?“

 In seiner Show, die genaugenommen einer Infragestellung  der Intelligenz aller Anwesenden gleichkommt, setzt der Vize Handelsminister, Herr Minister Siriwat Kajornprasart, dem Event noch ein iPhone-Tüpfelchen auf.

 Herr Siriwat sagte, er glaube die Durchsetzung gewerblichen Rechtsschutzes  in Verbindung mit strengen Regulierungsmaβnahmen, werden die Vereinigten Staaten veranlassen, Thailands Status auf ihrer aktuellen Priority Watch List PWL-Status zu revidieren. Na, wenigstens erfährt man den wahren Grund für die „Siegfried & Roy Matinee.“

 2011  wurde Thailand wegen unzureichender Durchsetzung  des Schutzes der Rechte an geistigem Eigentum vom Amt des US-Handelsbeauftragten (USTR) wieder einmal für ein weiteres Jahr auf die „Priority Watch List“ verbannt. Das vierte Jahr in Folge!

 Und hier kommts: „Dies ist vor allem auf das Fehlen von Gesetzen in Thailand zurückzuführen, die jede Verwendung von Camcordern in Kinos, sowie die hohe Produkt- und Markenpiraterie von digitalen Medien über das Internet verbietet,“ lautet die Begründung des Vizes.

 Der Herr lebt, ebenso wie einige andere triste Minister in einem Land, in dem jeder Motorrad-Taxifahrer die Namen und Dienstgrade der Herren kennt, die derlei Waren in den Shops von Familienmitgliedern Verkaufen…

 In  einem Land, in dem zwar gelegentlich Schrott und Ausschuβware, Überproduktionen und veralterte Technik unter die Walze kommt, aber nicht eine einzige DVD-Kopier Anlage…

 In einem Land in dem täglich Tonnen kopierter Waren aus den Nachbarländern eingeschmuggelt werden und Zollbeamte einen Lebensstil pflegen, der weit über dem liegt, was ihr Gehalt hergibt.

 Würde man die bestehenden Gesetze durchsetzen und mal einen Epaulettenträger hinter Gitter setzen, bräuchte man keine Jugendlichen, die sich im Kino den Herrn der Ringe auf Papa’s Camcorder ziehen, durch die Sois jagen.

 Thais glauben grundsätzlich, daβ ihr Königreich vom Rest der Welt als der alles überragende Mittelpunkt, quasi der Hub of Hubs in allen Disziplinen anerkannt würde, wenn bei der Schöpfung alles mit rechten Dingen zugegangen wäre. Hier glaubt man auch allzu gern den Worten des Vollpfostens, Pravit Rojanaphruk, Redakteur der Zeitung „THE NATION“ wenn er behauptet: „Die Idee von Bestechung und Korruption kam erst mit den chinesischen Einwanderern nach Thailand, wo die Praxis des ´Tea Money´ seitdem tiefgehende Wurzeln im Land geschlagen hat“. Die Klongtaucher glauben tatsächlich, daβ alles Schlechte in Thailand von Ausländern eingebracht wurde. Das ist so absurd, als würde man die komplett ausländische LKW,- Bus,- PKW,- und Motorradindustrie für die von Thais verursachten Verkehrsunfälle verantwortlich machen. Aber zur Thai-Logik gehört eben auch das ständig wiederholte  Argument von Versicherungen sowie Auto- und Jetski vermietern: Wäre Herr A nicht an diesem Tag an Punkt B gewesen, hätte es auch keinen Unfall gegeben.

Es gilt viele Ideen zu befruchten…

 Wer bei seinem nächsten Thailandbesuch gelegentliche Explosionen in der Nähe seines Hotels wahrnimmt, muβ sich nicht fürchten. Die sind wahrscheinlich das Resultat der Forschung von Chemie-Studenten, beim bereits seit Generationen andauernden Versuch aus Sojabohnen, Papaya Salat, Chilli und Schwarzpulver Thai-Champagner herzustellen.

Jugend forscht!

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