Es weht ein scheinheiliger Rauch über Saubermannshausen

 Immer auf Superlative bedacht, wie die Austragung eines Formel 1 Rennens auf einer etwas vergrößerten Verkehrsinsel beweist, sollte man die nächste Papstwahl in Singapoor, anstatt im Vatikan, abhalten. Vielleicht würde dadurch das tagelange geheime Gerangel der Kardinäle, um die lukrativsten Pfründe der Heiliger Stuhl GmbH verkürzt und die Menschenmassen müssen sich auf Roms Petersplatz nicht mehr die Hälse verrenken, um auf einen Kamin zu starren. Denn,-  abgesehen vom Petersdom zur Papstwahl, steigt nirgendwo sonst flächendeckend so viel scheinheiliger Rauch auf, wie im selbsternannten Saubermannshausen!

Rauchfreie E-Zigaretten

 Während die militanten Nichtraucher der Insel glauben schon Krebs zu bekommen,  wenn sie Dich nur mit dem Glimmstängel auf der anderen Straßenseite erspähen, sind in Singapuritania elektrische Zigaretten derzeit gemäß Chapter 309, Sektion 16 (1) des lokalen Anti-Raucher-Gesetztes, das von der Singapore’s Health Sciences Authority (HSA)  in der Praxis durchgesetzt wird, verboten.  Raucher werden von den Betriebsleitern der LKY-Holding als potentielle Sozialhilfeempfänger, Typ – Quarz IV angesehen, deren eventuelle Lungenkrebsbehandlung den Stadtstaat an den Bettelstab treiben könnte. Wie hoch der Anteil chronisch Übergewichtiger Patienten ist, die dem Staat auf der Tasche liegen wird gern verschwiegen.  Und warum heißt es eigentlich Anti-Raucher Gesetz, was implementiert, daß es eindeutig gegen Personen gerichtet ist, und nicht Anti-Tabak Gesetz? Schließlich gibt es ja auch kein Anti-Trinker,- oder gar Anti-Waffenbesitzer Gesetz. 

Chapter 309, Sektion 16 (1) des lokalen Anti-Raucher-Gesetztes:

„Es ist verboten Produkte zu importieren, zu vertreiben, zu verkaufen oder zum Verkauf anzubieten, egal ob es sich dabei um Süßwaren, andere Lebensmittel, Spielzeug, oder andere Gegenstände handelt, die konzipiert wurden, um Tabakprodukte, inklusive deren üblicher Verpackungen zu ähneln. Zuwiderhandlungen gelten als Straftat, die nach Verurteilung mit Geldbußen bis S$ 5.000 bestraft werden können. Im Wiederholungsfall kann die Strafe bis S$ 10.000 betragen.“

 Theoretisch steht man da für ein verkauftes Marlboro T-Shirt, oder eine Packung Schokoladenzigaretten, schon mit einem Raucherbein im Knast! Wie lange ist es eigentlich her, daß in Singapoor opiumbeladene Dschunken festmachten?

 E-Zigaretten entwickeln keinen giftigen Rauch, sondern lediglich einen kleinen Nebel, der mit dem von Trockeneis vergleichbar ist! Das Argument mit dem Schutz vor Passivrauchen zieht hier also nicht. Daneben werden die rauchlosen Glimmstängel als Alternative bei der Raucherentwöhnung angeboten. Warum also das Verbot?

 Begründet wird die Scharade offiziell mit Anleihen aus der nebulösen Argumentation der amerikanischen Tabakwaren-Industrie, die den Verkauf der No-Smoke-Stãbchen allzu gerne verbieten möchte. Der HSA, die ebenfalls für alle im Inselstaat vertriebenen Medikamente zuständig ist, paßt es nicht, daß sie keinerlei Kontrolle über die E-Zigaretten und besonders die dazugehörigen „Nikotin-Liquids“ hat. Sie behauptet: “Es ist bisher nachgewiesen, daß elektronische Zigaretten weder sicher noch effektiv bei der Raucherentwöhnung helfen.” Gleichzeitig fordert sie jedoch nach weiterer Forschung, „um den Nutzen von E-Zigaretten festzustellen, Menschen zu helfen, mit dem Rauchen aufhören.” Auch der Gesundheitsminister hüstelt sich eine Bemerkung ab: „mit elektronischen Zigaretten würde der Branche versuchen, neue Nutzer zu gewinnen und vermarktet diese Produkte, um jüngere Kunden, darunter Frauen, ansprechen.

 Mit der Argumentation könnte man ebenso gut Karotten unter das Arzneimittelgesetz stellen, weil sie Fresssüchtigen bei einer Diät als Substitut für Eisbein, Pizza und Sahnetörtchen dienen. Aber, so ist das halt  in einer bis auf die Knochen bigotten Gesellschaft, der man inzwischen zwar den Verkauf von Dildos genehmigt, solange die Akku-Gatten wie „Hello Kitty“ oder „Mickey Mouse“ Figuren aussehen, aber nicht im geringsten Papas Pausenfüller ähneln dürfen.

Na wenigstens halten sich die Mädels den Rütteltünnes in Anzeigen nicht mehr an die Backe

Beispiele für die stringente Anwendung des Gesetzes:

 Bis zu 10.000 $Sing  (€ 5.727) Strafe für zwei rauchfreie Fluppen? Bereits vor zwei Jahren wurden die ersten 13 Personen wegen Verstoß gegen das Gesetzt verurteilt. Vier waren lokale Händler, die das Produkt in webshops anboten und 9 wurden belangt, weil sie E-Zigaretten via Internet zum persönlichen Gebrauch bestellt hatten.

 In einem aktuelleren Fall fragt ein verunsicherter Besteller einer E-Zigarette im Internet Forum um Rat: „Ich bestellte eine Joye Ego-T Starter-Kit von Liberty Flights.com und hoffte auf baldige Zustellung. Stattdessen erhielt ich einen Brief der HSA in dem ich gebeten wurde mein Paket bei dem Offizier vom Dienst abzuholen. Ich frage mich, sind die wirklich so nett mir das Paket auszuhändigen, oder ist das eine Falle, um mir eine saftige Geldstrafe aufzubrummen?

 Tatsache ist, die HSA kann den Mann nicht belangen, solange er den Empfang der Ware nicht bestätigt hat! Erst nach der Unterschrift auf der Empfangsbestätigung wird man ihm erklären, daß er nun eine Straftat begangen hat und dafür doch bitte die 5.000 Dollar zügig überweisen soll. Briefe und Pakete zu öffnen, E-Mails zu lesen und Telefongespräche abzuhören, ist übrigens die gängige Praxis in „Uniquely Singapoor.“ Das ist für Sicherheit der Insulaner ebenso wichtig, wie die vielen kleinen Kameras.

 Das beweist, daß es den scheinheiligen Gesetzeshütern nicht darum geht, die Bevölkerung vor Gesundheitsschaden zu schützen, sondern lediglich darum sich auf diesem Weg einen Stückchen des Kuchens auf den Teller zu zerren. Schließlich leidet das Staatssäckel schon unter dem Steuerverlust der tausenden von Zigaretten, die täglich aus Malaysia und Indonesien eingeschmuggelt werden. Dazu kommt der Steuerverlust durch Insulaner, die mal eben an der Tankstelle im malayischen Johor Baru den Tank plus Kanister füllen. Wer versucht mit fast leerem Tank Singapoor zu verlassen, muß an der Grenze ebenfalls mit drastischen Geldstrafen rechnen.

 Das Motto der Kontrollfreaks lautet: Auch wenn wir Internethandel und Auslandstanken nicht verhindern können,- kassieren werden wir trotzdem!

Nachdem sie sonst schon viel vom Dritten Reich abgekupfert haben…

 Das T-shirt im Foto sorgte in Deutschland für großes Aufsehen, wurde aber Laut Gerichtsurteil nicht als Gesetzesverstoß angesehen. Nachdem Inselhäuptling und erklärter Machiavelli-Bewunderer LKY, ohnehin schon viele Ideen aus „Mein Kampf” übernommen hat- wie wär’s hiermit?

 Kaum anzunehmen, daß in seinem Reich ein Zentralrat der Muslime, Zen-Buddhisten oder Hindus, dagegen protestieren würde. Denn, jegliche Protest-Mätzchen sind hier ja, wie alles andere was Spaß macht, ohnehin verboten!

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