15 Grüne Mambas in Thailands neuem Freischwimmerbecken

 Angesichts der letzten Meldungen in den Thai-Medien habe ich im Fremdwortlexikon gestöbert. Bevor ich zu meinem Suchbegriff kam, las ich: „Ornithophobie – Angst vor Vögeln.“ Nun, die betagten Herren, die in den Wochen der Flut wegen anvisierter „Liebe in Zeiten der zu erwartenden Cholera“ noch nach Thailand reisen, werden wohl kaum darunter leiden. Etwas anders verhält es sich bei dem Begriff eine Zeile tiefer: „Ophiophobie – Angst vor Schlangen.“ Zumindest eine gesunde Variante dieser Phobie scheint aktuell von Nutzen zu sein.

Von Wegen Aal grün...

Thailand ist die Heimat von giftigen Vipern, Kobras und Kraits (Nattern), von denen es zig-Tausende überall im Land gibt. Das Gift von Kraits wirkt in 30 Minuten für einen Erwachsenen tödlich. Die Chancen innerhalb einer halben Stunde in einer Klinik bei einem Arzt zu landen, der sich mit einer entsprechenden Behandlung auskennt, und auch noch über das spezifische Serum verfügt, stehen bei Null! In den meisten Fällen kann man auch noch die zwanzig Minuten für das Palaver mit TukTuk oder Taxifahrern bezüglich des Preises für eine „Emergency Tour“ abrechnen. Wer sich nach dem Biß einfach auf den Boden setzt, um in den letzten zehn Minuten noch eine zu rauchen, kann sicher sein, die Zigarette wird ihn nicht töten! Soviel zum Alltag im LOS (Land of Snakes). Eigentlich fehlen nur Eva’s und Äpfel

 Wie in der von enthusiasmierten Amateuren betriebenen englischsprachigen Zeitung „THE NATION“ am 1.November zu lesen war, sind 15 Grüne Mambas aus einem überfluteten Haus in Nonthaburi’s Pak Kret Bezirk entwichen. Seitdem sind 2 Erwachsene (2m lang, was ein absolutes Gardemaß ist Durchschnittslänge dieser Mambas 1,70m) und 13 Nachkommen (1m lang) im jüngst geschaffenen, etwas erweiterten Freischwimmerbecken des Landes unterwegs. Interessant ist jedoch, daß mir ein schwedischer Tourist berichtete, er habe bei einem Besuch des Dusit Zoo Ende Oktober eben diese 15 Grünen Mambas gesehen. Zuerst dachte ich, der will sich nur wichtig machen. Seit ich jedoch den Zoo auf der Google Map entdeckt habe, der nur ein paar Kilometer südlich von Pak Kret liegt und sich beide Orte in direkter Nähe zum Chaopraya River befinden, bin ich mir der offiziellen Version des Ursprungs der Schlangen nicht mehr so sicher.

 Ganz Schlaue könnten nun auf die Idee kommen zu argumentieren, was machen 15 Schlängelchen schon aus in einem Land, in dem es ohnehin von einer Menge giftiger Viecher wimmelt? Ähnlich würden wahrscheinlich heute die Anwälte einen gewissen Thomas Austin verteidigen, der als Mitglied der Acclimatisation Society of Victoria, 1859 lediglich 24 Karnickel nach Australien brachte um Jagdparties zu veranstalten. Nun ist das australische Outback selbst unter Karnickeln nicht gerade als Ort der vielfältigen Zerstreuung bekannt. Während man in Thailand für Flutopfer neben Instant- Nudeln auch gleich noch Kondome vom Helikopter rieseln ließ, haben sich die puscheligen Nager des Herrn Austin zügellos ungeschütztem Sex hingegeben. Inzwischen ist die Familie auf über 400 Millionen Mitglieder angewachsen, von denen zwar keines beißt, oder gar giftig ist, die jedoch Krankheiten übertragen und bei der Umgestaltung der australischen Landschaft jährlich Millionenschäden anrichten.

Angaben darüber, wo genau die Schlangen ins Freie gelangten, warum und von wem sie gehalten wurden, welche Umgebung sie in Freiheit bevorzugen und wie man sie von den harmlosen Tree Snakes, die sehr ähnlich aussehen, unterscheidet- Fehlanzeige!

Mamboa Jumbo vom Experten*

*Einige glauben, Mambo Jumbo ist eine Übersetzung aus dem Suahili Gruß „Mambo Jambo“
Im  Oxford Dictionary heißt es: In seinem übertragenen Sinne ist Mumbo Jumbo ein Objekt sinnloser Verehrung, oder eines bedeutungslosen Rituals.

Geh-Hilfe für Überlebende

 Die talentfreien Recherche Da Vinci und Convenience Redakteure sind nicht die Einzigen, die ihr (Un)Wissen und Nachforschungen aus der Kristall-Google beziehen. In ihrem Artikel lassen sie dann auch gleich den nächsten Allround-Laien, Chisanu Tiyacharoensri, Vize Präsident der Wild Animal Rescue Foundation of Thailand, zu Wort kommen. Er forderte die Menschen auf, sich von den Schlangen fernzuhalten (!?), weil es im Land kein Gegenserum gibt! Er ergänzte, die Opfer würden schläfrig werden und nach 20 Minuten sterben. Wer überlebt ist auf Atemhilfe angewiesen bis ein Gegenserum aus Süd-Amerika in Thailand eintrifft, was zwei bis drei Tage dauern würde. Angesichts der Tatsache, daß die Schlangen aus zwei Regionen Afrikas stammen, die je ein spezifisches Serum verlangen und Thai Airways tägliche Flüge nach Südafrika betreibt, die beide notwendigen Gegengifte kurzfristig liefern könnten, ist das eine wenig vertrauenserweckende Expertise.

 Aber der Mann, der wahrscheinlich demnächst für den Job als Minister für alternative Geographie kandidiert, kann seine Unwissenheit noch eindringlicher und todsicherer dokumentieren:

Berühmte letzte Worte: Ja, die sind harmlos!

 „Bei Schlangenbissen rät er den Betroffenen dazu, die Bisswunde vorsichtig mit Wasser und Seife zu reinigen (!?). Man soll die Wunde 7cm ober,- und unterhalb stark abbinden, und sie nicht drücken, oder gar einen Schnitt vornehmen.“ Wer absolut keinen Bock mehr auf Schneeschippen, langweilige Grillparties und Mietezahlen mehr hat, kann die Tipps bedenkenlos befolgen.

 Wie man es „richtig“ macht erfährt man hier:  http://www.snake-awa…way-services/1/

 Nach meinen Recherchen zu einem Buch über Medizin-Tourismus in Thailand und meinen persönlichen Erfahrungen mit Ärzten im Land, kann ich nur folgenden Tipp geben: Wer seinem Doktor nicht genau sagen kann woran man leidet und welche Maßnahmen man von ihm erwartet, kann sich auch gleich wieder hinsetzen und seine letzte Zigarette rauchen. Die wird ihn nicht umbringen! Die nicht!

Fakten zu Grünen Mambas:

Spezies: Es gibt zwei Arten von Grünen Mambas (von Südafrika) und (West-Afrika) jede Art benötigt ein spezielles Serum nach Schlangenbiss. Was Süd-Amerika damit zu tun hat, weiß außer dem „Experten” kein Mensch.

Giftausstoß pro Biss: bis zu 90 mg!

Tödliche Dosis für Menschen: 0,25 mg pro Kilo Gewicht im Durchschnitt reichen 15 mg. Es haben bei schneller Behandlung jedoch Menschen mit 30 mg überlebt.

Im Normalfall sind die Mambas menschenscheu und selten aggressiv. Zwischenfälle passieren jedoch oft, weil man sie weder sieht noch hört.

Na Madame, doch lieber 'n Apfel anstatt?

Der Thomas Austin Effekt:  Nach der Paarung werden vom Weibchen 10 bis 15 Eier gelegt, aus denen nach drei bis vier Monaten die Jungtiere schlüpfen. Angenommen unter den Flüchtlingen befinden sich 1o Weibchen, dann sieht die Rechnung so aus: 10 Weibchen á 12 Eier x 3 Geburten ergibt in einem Jahr 360 neue kriechende Thai-Einwohner! Ähnliches hat bei den vom japanischen Tenno als Geschenk nach Thailand exportierten Plah Nin (Karpfen) auch funktioniert. Die gibt’s Heute an jeder Garküche.

Unterscheidungsmerkmale zur Baumschlange: Die Mambas haben am Schwanzende schwarzgeränderte Schuppen.

Kuriosität: Bei Regen und besonders bei Gewitter, ist das Gift der meisten Schlangen wesentlich konzentrierter (bei einigen bis zu 100 X) als bei Trockenheit.

Kosten einer Behandlung in lebensbedrohlichem Zustand nach Schlangenbiss  in einem Thai-Krankenhaus: 1 Woche Aufenthalt in der Klinik, bis zu 400.000 Baht (€ 9.426,28).

Aus dem Zyklus unberühmte letzte Worte: 

 „So eine Grüne Mamba ist ein friedliebendes und vollkommen harmloses Kleintier…”

Ungeachtet der Tatsache, daß Thailand nun einen weiblichen Premier hat, fällt mir dazu noch ein Zitat von Orson Welles ein: Wozu weibliche Unvernunft imstande ist, hat sich schon an der Idee erwiesen, sich von einer sprechenden Schlange Ernährungsvorschriften geben zu lassen.

 Hier noch ein aktueller Song von meinem Kumpel VAN WOLFEN zum Thema was passiert, wenn uns die Natur zeigt, wer der Herr auf diesem Planeten ist: 

Im Fall der Geschichte über die grünen Mambas kann man auch sagen:

Das Ende durch Schlange, ist  das Ende vom Lied!

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