Wer ist hier dümmer als die Polizei erlaubt?

 Sorry, wenn ich Euch mit einer erneuten Geschichte über Vollpfosten und Dorfgarnelen in Thailand langweilen sollte, aber organisierter Wahnsinn in Siam bietet ein unerschöpfliches Füllhorn an Themen. Allein die Sammlung aller hirnrissigen Verlautbarungen der lokalen Politiker würde ein Drehbuch  im Monty Python Stil, im Umfang des Englisch-Wörterbuchs der BBC füllen.

 Für alle, die jetzt auf die Idee kommen mir Rassismus, oder Diffamierung ethnischer Gruppen anzudichten, hier ein paar Fakten zur Erinnerung. 6,5% der 65 Mio. Thailänder (4, 225 Mio.)  verfügen über einen IQ unter 70. Zählt man diejenigen mit einem IQ von 70 bis 90 (niedrige Intelligenz) hinzu, dürfte sich die Anzahl der Holzhupen wohl auf bis zu 10 Mio. (ca.15,4% der Bevölkerung) erhöhen!

 Und wer es nun ganz genau wissen will, der kann ja mal recherchieren, wie hoch der Anteil von denen in der Bevölkerung ist, die zwar einen höheren IQ haben, aber nur drei bis vier Jahre eine Dorfschule besucht haben…

Hier ein klassisches  Beispiel dafür, zu welchen Verrücktheiten das im Alltag führt: In welchem Land der Welt würde die Polizei ohne Bedenken mit einem Fahndungsfoto nach einem Bankräuber aufwarten, das so aussieht?

 Ein australischer Ingenieur, der seit 18 Jahren im Land lebt, antwortete kürzlich auf die Frage warum er denn so lange in Thailand geblieben ist, mit dem Satz: „In keinem anderen Land der Welt hatte ich je die Gelegenheit mehrmals täglich über die Dummheit der Menschen zu lachen! Wenn man nach ein bis zwei Jahren über den Punkt des Verzweifelns hinaus ist, dann ist alles um einen herum einfach nur noch saukomisch!”

 Besonders amüsant wird es jedoch, wenn Authoritäten, bevorzugt Uniformträger, sich mit Handlungen oder Äuβerungen unfreiwillig für einen Darwin Award (als nicht fortpflanzungswürdig zu erachten) nominieren. Das Kosakenzipfelchen des Slapstick wird jedoch erst dann serviert, wenn die Empfänger des Schwachsinns dazu wohlwollend nicken. Also wenden wir uns nochmal dem „Club of Rome” des organsierten Wahnsinns zu- den Cops.

 Die geschätzten 700.000 bis 1 Million illegalen Spielhöllen im Land generieren zwischen 18 und 19 Mio. € pro Jahr, von denen 5 bis 20% als „Schutzgelder“ an die Jungs in Braun fliessen. 

28. August 2011

Der neu gewählte Abgeordnete Chuvit zeigt im Parlament Fotos und mit versteckter Kamera aufgenommene Videos von illegalen Casinos in Bangkok, von denen einige bereits seit 20 Jahren betrieben werden. Chuvit fragt in einer offiziellen Parlamentsanfrage, wie das unter den Augen der Polizei möglich sei.

03. September 2011

Im Zuge der Vorwürfe wird in der Suthisarn Polizeistation, in deren Gebiet die Casinos operieren, eine interne Untersuchung angeordnet, die natürlich von Polizisten durchgeführt wird. Sieben stellvertretende Polizeichefs, deren Namen ungenannt bleiben, werden überprüft. Ebenso der Sprecher der Polizei im Rang eines General Majors. der so “clever” war, angesichts der Video-Beweise immer noch zu behaupten, es würden keine illegalen Casinos in Bangkok bestehen. Zur Erklärung: Die Rede ist hier von Unternehmen, die ihre Eröffnung feierten, als die Deutsche Bundesregierung noch von Bonn aus regierte!

04. September 2011

Die Presse berichtet, der Generalsekretär der Anti-Korruptions-Kommission (PACC) wird vom Justizminister beim Bemühen um eine „einfache und transparente” Untersuchung unterstützt. Als Reaktion auf eine frühere Behauptung der Polizei, die PACC habe abgelehnt der Polizei Details zu Ermittlungsergebnissen der Casinos mitzuteilen, sagte der Generalsekretär, die Polizei hätte versucht die gesuchten Informationen zu erhalten. Er selbst würde jetzt darauf warten, daβ ein General-Inspekteur der Polizei eine Polizei-Kommission bildet, die den Fall untersucht, bevor seine Kommission Untersuchungsergebnisse vorlegt. Zur Erklärung: Abwarten und die Beschuldigten mit der Aufklärung zu betrauen, ist die klassische siamesische Auslegung von „Transparenz.”

04. September 2011

Möchte jemand eine Wette abschliessen, wem der Löwenanteil der Casinos in Kambodscha gehört?

 Um die Bevölkerung von der Zockerei abzuhalten, wurden inzwischen scharfe Pass-Kontrollen zur Einschüchterung der Chip-Schieber an Grenzübergängen nach Kambodscha durchgeführt. In Sa Kaew, wo das Casino keine 200 m hinter dem Grenzübergang liegt,  wurde sogar ein Mönch beauftragt in einer Predigt die Spielerei als ein Laster zu verdammen. Der Kampf- Räucherstabchen gegen Jetons wurde eröffnet- Nix geht mehr. Erwartungsgemäß hielt auch diese Aktion die rund 4.000 Gambler, die nun wegen der geschlossenen Casinos von Bangkok mit Bussen nach Kambodscha gekarrt wurden, nicht auf. Die Fahrtkosten werden den flüchtigen Poker-People im Casino in Form von Jetons vergütet! Zur Erklärung: Die Zahl der thailändischen Baccara-Buddhisten, die in Kambodscha zocken, hat sich in nur zwei Tagen mehr als verdoppelt.

09. September 2011

Ohne das „richtige Werkzeug” werden Verhaftungen schwierig

 Der Generalinspekteur der Polizei gibt bekannt: Höhere Polizeiränge, die mit illegalen Casinos verbandelt sind, müssen mit 3-monatiger Gehaltskürzung rechnen, während niedere Ränge Disziplinarstrafen zu erwarten hätten. Bisher ergaben die Untersuchungen, daβ vier hochrangige Polizei-Offiziere „möglicher Weise” mit den Casinos verbunden sind und 24 weitere „möglicher Weise” sogar als Betreiber in Betracht kommen. Zur Erklärung: Mal ehrlich, sollten die Cops seit 20 Jahren die Casinos betreiben, oder Schutzgelder kassieren, entsprechen 3 Monatsgehälter wahrscheinlich dem, was die Jungs in Braun im selben Zeitraum allein für Blumengirlanden und Räucherstäbchen für ihren Hausaltar ausgeben.

 „Die ersten 19 befragten Offiziere haben sich zwar einiger Verletzungen disziplinarischer Vorschriften schuldig gemacht, aber es gibt keinerlei Beweise, daβ sie von den Besitzern der Casinos bestochen wurden,” fügte der Generalinspekteur an. Zur Erklärung: Das klingt glaubwürdig! Wenn man als Cop bereits Betreiber ist, kann man jeden Eid schwören, sich selbst kein Schutzgeld bezahlt zu haben! Da es der Polizei bisher in Wochen „intensiver” Untersuchungen, mit Verhaftungen und Befragungen von Wächtern der Casinos, nicht gelang auch nur einen „nicht-uniformierten” Betreiber ausfindig zu machen, kommt man nicht umhin 1+1 zusammen zu zählen.

10. September 2011

Vier hochrangige Offiziere in zwei andere illegale Aktivitäten verwickelt. Die Chefs von drei Polizeistationen in  Bangkok wurden nach Veröffentlichung der Videoclips für 30 Tage zum Innendienst beordert. In weiteren Untersuchungen kam ans Licht, daβ 24 von 43 Polizei-Offiziere mit den Casinos in Verbindung stehen. Werden sie für schuldig befunden, können sie die Chance auf Beförderung, innerhalb der Royal Thai Police verlieren. Zur Erklärung: Es gilt als allgemein bekannt, daβ Beförderungen ohnehin vielfach „gekauft” werden.

15. September 2011

 Zur Umsetzung der staatlichen „Anti-Laster-Politik,” blockierte die Polizei gestern alle Eingänge zu Spielhöllen in Bangkoks TaoPoon Bezirk. Die Namen und Autonummern aller Besucher wurden aufgenommen, und sie wurden unter Druck gesetzt, nicht in die Spielhöllen  zurück zu kehren, sagte ein Polizei Oberst, als Chef der gestrigen Operation.
Bis zu 100 Polizisten, in mehreren Teams, blockierten sechs Eingänge zu dem Gemeinde-Komplex, der für mehrere Spielhöllen bekannt ist.
Die Polizei sagte, sie habe keine Durchsungsbefehle für die , da keine Glücksspiel-Aktivitäten angezeigt wurden. Auch könnten sie nicht in die Räumlichkeiten eindringen, weil sie in Privatbesitz sind. Zur Erklärung: Vor Jahren standen zwei Polizisten in einem Appartmentkomplex vor meiner Tür und fragten, ob ich mit meiner Frau in unserem Apartment kartenspielen würde. Wäre dem so, und wir würden um Geld spielen, hätten die Cops uns verhaften können!

Sie war gottseidank nicht vor meiner Haustür

 Gleichzeitig betrieben die Security Guards in aller öffentlichkeit eine Annahmestelle für illegale Fussballwetten mit eigenen Toto-Scheinen. Mir wurde gesagt, das Geschäft würde „Uniformierten” gehören. Ein Angestellter der Appartments hält inzwischen ungeniert allabendliche Casino-Sessions ab, bei denen die Locals um Bündel von Geldscheinen würfeln!

 Die hier wiedergegebenen Fakten und Informationen stammen aus verschiedenen kürzlich erschienenen Presseberichten. Untersuchungskommissionen, deren Arbeit an Hütchenspielerei erinnert, zeigen deutlich, wer im „Land of Smiles” das Sagen hat und wer zuletzt, nicht nur am Besten, sondern auch am lautesten lacht.

 Wer naiv genug ist, und tatsächlich in Erwägung zieht aus Ländern mit geordneten Verhältnissen hier seinen Lebensabend zu verbringen, um vielleicht sogar mit seiner Thaifrau ein kleines Geschäft zu betreiben, sollte sich überlegen, ob er wirklich bereit ist, diverse „Bürgernahe Beamte” (Bünabe’s) ebenfalls auf seine Gehaltsliste zu setzen!  Wer es dennoch nicht lassen kann, hat wenigstens eine Antwort auf die Überschrift gefunden!

Hintergrund-Info der Zeitung THE NATION in Englisch:

Illegal businesses immune to the law

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