Nachrichten aus den Vor-Monaten

 August / 2011

Nahkon Phanom, Thailand / Vietnam  Aug. 2011

Natürliche Auslese?

 Von den 2000 im August auf sechs LKW an Thailands Grenze zu Laos gefundenen und beschlagnahmten Hunden, die für vietnamesische Garküchen bestimmt waren und von Grenzern, Polizei und Tierschützern vor den Mittagstischen bewahrt wurden, sind nur noch rund 850 am Leben. Es sterben pro Tag durchschnittlich zehn von ihnen, weil sie das in groβangelegten Spendenaktionen erhaltene Trockenfutter ablehnen. Die Überfüllung des Tierheims in Nahkon Phanum sorgte ebenfalls für den Ausbruch von Staupe, was die Zahl der geretteten Tiere kontinuierlich reduziert.

 Viele der Hunde wurden in allgemein bekannten Aktionen von freiberuflichen Hundefängern aus in Dörfern gestohlen, oder gegen Plastikeimer und Tupperware für deren Besitzer eingetauscht. In Thailand allein soll es 5.000 „Hundehändler” geben! Da erfährt der Begriff vom Schlachter-Hund eine ganz neue Dimension.

 Obwohl das Tierheim bis zum 2.September 20,7 Mio. Baht (€ 478.975) an Spendengeldern erhielt, wurden bisher nur 611.270 Baht (€14.144) für Reinigung und Neubau von Käfigen, Gebäuden, Verpflegung und medizinische Versorgung ausgegeben. Ein extra gegründetes Spendenverwaltungs-Komitee trifft sich nur einmal wöchentlich, um Gelder für Anschaffungen freizugeben. 7 Hundstage x 10 Ableben = 70 Kadaver pro Woche,  da haben die in kurzer Zeit wieder Platz, um mit illegal transportierten Hühnern Federball zu spielen. Ich hoffe, die laden mich zu ihrem nächsten Betriebsausflug ein, da können die Spendenverwalter beweisen, daβ ihr Tierheim nicht auf den Hund gekommen ist…

BANGKOK, 31 Aug. 2011

Neue Schnapsidee? Alkoholfreie Zonen in Bangkok geplant

 Wenn schon das halbe Land unter Wasser steht, soll wenigstens die Hauptstadt „trockengelegt“ werden.  Ein Programm, daß schon vor Jahren in Kuala Lumpur, im muslimischen Nachbarstaat Malaysia voll in die Hose ging, soll nun in Thailands „City of Angels“ implementiert werden. Aber wie so oft in Thailand, hat auch diese Aktion wieder eine unschlagbare humoristische Seite: Wegen der „Zunahme alkoholbedingter Gewalttaten”, soll es in der Stadt nun trockene Oasen geben. Das ist ja noch nachzuvollziehen. Als ausgesuchte Ziele für die geplante „Verödung“ wurden allerdings Orte genannt, die bisher kaum als Brutsätten alkoholbedingter Gewalt bekannt waren: neben den Parks werden in der Ankündigung ausdrücklich Regierungsgebäude und (man höre und staune) Polizeistationen genannt! Ich bin seitdem verzweifelt auf der Suche nach dem Rezept des Cocktails, der einen zu solchen Verlautbarungen beflügelt. Seit der Bekanntmachung kommt es in Foren für Ausländer zu kabarettreifen Kommentaren zu dem Ansinnen.  So fragt man dort, ob man bei einer Verhaftung für weggeworfene Zigarettenkippen künftig auf den unterhaltsamen Teil (angebrezelter Cop im Slapstick-Kampf gegen die Schreibmaschine) verzichten muß? Oder, ob es ab sofort nur noch Beutelteetrinker, die sich ohne Thekenköpper den Tag fröhlich machen, in den Amtsstuben zu sehen gibt? Das ergibt doch keinen Gin!

 Nach der neuen Verordnung werden Vertrieb-, Konsum und Alkoholwerbung an den genannten Orten verboten. Alkoholische Getränke dürfen nur noch in Geschäften oder Lokalen verkauft werden. Das gesetzliche Mindestalter für Alkoholkonsum beträgt 20 Jahre und älter. Der Verkauf von Alkohol wird auf zwei Perioden beschränkt. Von 11.00 Uhr – 14.00 Uhr und von 17.00 Uhr – 24.00 Uhr. Dann können die Jungs in Braun künftig schon ab Mitternacht fur Ausnahmeregelungen kassieren. Der neue Tourismusminister übt sich bisher zum Thema in Enthaltsamkeit… 

Juli / 2011

Chiang Khong /Thailand Juli 2011

Mönche bringen „Ladyboys” Männlichkeit bei

 Es gehört zur Tradition in Thailand, daβ junge Männer eine Zeit in Klöstern als Novizen verbringen, um von Mönchen in die Lehren Buddha’s, der selbst ein entspanntes Verhältnis zu Homosexualität und Prostitution hatte, eingewiesen zu werden. Im Tempel Wat Kreung Tai Wittaya, an der Grenze zu Laos, haben es sich die Mönche zur Aufgabe gemacht so genannten „Katoeys“ (Transsexuelle), im Alter zwischen 11(!!!) und 18, maskulinität beizubringen. Jeden Freitag knöpfen sich die Mönche in der angegliederten Schule des Klosters die Ladyboys vor, um sie mit Phrasen wie: „Bist Du als Mann oder Frau geboren, oder kannst Du nicht angeben ob Du ein Mann oder eine Frau bist? Man kann nicht beides sein. Man wird als eines von beiden geboren. Als Novize jedoch kann man nur ein Mann sein,“ zum „richtigen“ Geschlecht zu bekehren.

Muss schon ein ziemlicher Frust für die Mönche sein zu sehen, wenn das von ihnen verteilte Geld für Snacks von der jugendlichen „two-in-one“ Liga, geradewegs in Lippenstifte, Mascara und Nagellack angelegt wird…

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