Hier trillern die Sprachlosen die Pfeifen herbei

Pusten nicht saugen!

So ziemlich in der Stadtmitte Bangkoks liegt der Stadtteil Ramkhamhaeng, ein Uni-Viertel unweit von Bang Kapi und Tonglor. Hier kam die Polizei kürzlich auf die grandiose Idee, eine Kampagne zu starten, die geeignet sein soll, die zunehmende Zahl von Verbrechen in der Gegend zu verhindern. Da alle diese wohlerdachten Preventions-Maβnahmen möglichst nichts kosten sollen, erinnerte man sich an die Gepflogenheiten auf den heimischen Fuβballplätzen, wo es wiederholt zu gewalttätigen Ausschreitungen auf dem Spielfeld sowie den Zuschauerrängen kommt.

Auch ’ne nette Idee: yellow cards für Redshirt Protester

 Wenn also eine Trillerpfeife auf dem Rasen schon Einhalt gebietet, kann das ja nur bei jedem 7-Eleven Räuber, Schlägertypen, Handtaschenräuber und potentiellen Vergewaltiger eine Art Duldungsstarre bis zum Eintreffen der Polizei hervorrufen. So jedenfalls die Annahme der tapferen und hochqualifizierten Verbrechensbekämpfer der Metropolitan Police Division 4. Bei der Aktion mit dem Namen „Neighbour Crime Alert“, hat der Polizei General-Major, Suthi Nerakanthi, Chef der Crime Buster Truppe stolz verkündet, daβ man bereits 300 Anti-Verbrechens-Tröten an Studenten in den Wohnheimen verteilt hat, um die Nachbarschaft vor auftauchenden Verbrechern zu warnen.

So ist’s richtig: only learn from the best!

 Gleichzeitig gab der Polizeichef zu, daβ es seinen Beamten bisher nicht möglich war, alle Bürger zu schützen und nun können sie wenigstens selbst durch Getriller auf ihre jeweilige Notsituation aufmerksam machen. Das Projekt mit dem Vuvuzela-Effekt (Code Name- „Ban Si Khao“, übersetzt: White Horse), soll laut der benachbarten Polizei Division 3 sogar die Kriminalitätsrate um 80% senken! In Singapur nennt man witziger Weise alle Behördenaktionen, die nach hinten losgehen „White Elephants“.

 Nachdem das Projekt im März implementiert wurde, behaupten die Cops, es habe dazu beigetragen, daβ bereits drei Kommunen als „drogenfrei“ bezeichnet werden können. Wow, was für ein Erfolg in einer Stadt in der täglich so viel Amphetamin-Tabletten (Yaba) beschlagnahmt werden, daβ man einen Supermarkt-Parkplatz damit auslegen könnte. Und dabei handelt es sich nur um die Spitze des „Ice-Bergs“.

 Ein Haus, in dem es bisher keine polizeilich gemeldeten Drogenprobleme gab, wird im Rahmen des Programms als „weiβes Haus“ bezeichnet. Wenn alle Häuser der Gemeinde als solche klassifiziert werden, bekommt sie das Prädikat „weiβe Gemeinde“. Klingt irgendwie nach, solange das Kind einen hübschen Namen trägt ist es auch eine Schönheit! 

Tragisch nur, wenn einem im entscheidenden Moment die Puste ausgeht…

 Nun scheint aber der Herr Polizei General Major seine eigenen Pappenheimer so gut zu kennen, daβ er weiβ, kaum einen seiner Landsleute zum erweiterten Spitzeldienst unter seinen Nachbarn überreden zu können, wenn dabei nicht irgendetwas für den Blockwart herausspringt. In einem Land in dem jährlich hunderte Tonnen Drogen auf dem Markt sind, die teilweise offen auf den Straβen verkauft werden, in dem das staatliche Fernsehprogramm nur „stoned oder besoffen“ wenigstens den Hauch einer abendfüllenden Unterhaltung vermittelt, erscheint der Anreiz, daβ Anwohner einer „weiβen Gemeinde“ eher einen Bank Kredit bekommen als andere, ziemlich unattraktiv. Das ist eben Thailand, wo sich der Slogan „Land of smiles“ inzwischen zum „Pay up sucker“ weiterentwickelt hat. Aber genau das ist der Punkt, den die Braunen eigentlich besser kennen sollten als jeder andere im Land.

…oder sich ein Nachbar auf der Suche nach seinem Köter schlicht verpfiffen hat!

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