Gourmet-Tipp der Woche: Rottweiler im Reisrand

Bestechungsgeld für kurzsichtige Götter

 Sie verbrennen Prunkvillen, Mercedes Limousinen, Luxusyachten, iPhones und Kartonweise Banknoten! Aber eben alles billige Nachbauten aus Pappmaché, oder sogenanntes „Hell Money“. Ich fragte einmal einen Chinesen in Singapur, warum er das macht und bekam zur Antwort: Das sind Opfergaben an die Götter für „good luck“. Meinen Hinweis, daβ allein das Wort Opfer in Opfergabe ja wohl eine andere Bedeutung hat und warum er dann nicht, ehrlich und in aller Demut seinen S-Klasse Benz verbrennt, wollte er mit den Worten: „ich bin doch nicht bescheuert“ nicht gelten lassen. Die Unterhaltung wurde langsam interessant. Meine nächste Frage traf ihn wie der Blitz aus heiterem Himmel: „Wenn also deine Götter über so viel überirdische Power verfügen, daβ sie dir je nach Laune, oder Wert deines Bestechungsangebots, good luck oder bad luck bescheren können, wieso glaubst du dann, daβ sie so dämlich sind, deinen Betrug nicht zu bemerken…“ Ende der Unterhaltung!

 Nach fünf Jahren in Singapur kann ich mich des Gedankens nicht erwehren, daβ den meisten Chinesen Betrug und Gier in den Genen liegen. Das kann man als rassistisch bezeichnen, oder,- wie ich es nenne: Erfahrungen. Und nur jene, die nie das Wort „getürkt“ für Fälschungen benutzt haben, dürfen nun auch den ersten Stein werfen.

 Wenn sich jedoch herausstellt, daβ Chinesen sich untereinander betrügen, kommt,- ob man will oder nicht- schon eine gewisse Schadenfreude auf. Besonders unter Leuten, die in Chinarestaurants die in Hokkien oder Mandarin Richtung Küche gerufene Bestellung: „Einmal sieben Köstlichkeiten mit Reis für den imperialistischen Scheißkerl an Tisch 3“, verstanden haben.

Spanferkel is aus! Wie wär’s mit Dänischer Dogge in Roquefort?

 Ein Mr. Song Yu Ran (39), betreibt im Industrieviertel Jurong (auch gern als Margarine Siedlung bezeichnet) sein chinesisches „Song Hua Jiang“ Restaurant das damit warb, eine asiatische Spezialität- Hundefleisch, anzubieten. Zu den Gaumenschmeichlern des open Air-WieWaldi-Outlets zählten laut der mit Fotos bestückten Menükarte, geschmortes Hundefleisch mit Tofu und trockenem Kohl (7,90 €), sowie Hundefleisch-Kutteln in Sauce (4,50 €). Mich erinnert das an den Spruch: Echte Männer essen keinen Honig – echte Männer kauen Bienen! Chinesische Schriftzeichen wiesen nur für das zweite Gericht aus, daß es sich nicht um Hundefleisch, etwa den Security-Rottweiler aus der Nachbarschaft, handelt.

Tagesmenü: Schlachtplatte „Treuer Freund Guilin”

 Pro Woche verkaufte Song 40 Dog-Dishes in seinem Pet-Shop der besonderen Art. Ob es dazu auch den klassischen Model-Nachtisch „Finger in den Hals“ gab, war nicht zu ermitteln. Aber mit der Nummer hat der als „Foreign Talent“ (FT) vor acht Jahren aus China eingebürgerte Koch buchstäblich schlafende Hunde geweckt. Denn für die Presse und Internetforen von Tierschützern war das Thema ein gefundenes Fressen.

 Komisch, ich muß beim Schreiben ständig an zwei Dinge denken: Den kläffenden Köter meines Nachbarn und ob es sich in meinem Alter empfiehlt, sich beim nächsten Singapurbesuch zu bewaffnen, bevor der Typ „Seniorenteller” anbietet.

Falscher Hase, oder falscher Chinese Sing-Style?

 Die Einfuhr von Hundefleisch ist in Singapur verboten, und es gibt keine Schlachterlaubnis für Hunde hier. Bei Zuwiderhandlung drohen dem Täter im Falle einer Verurteilung eine Geldstrafe von bis zu umgerechnet 5,645,- Euro, oder 12 Monate Gefängnis, oder beides, für jeden Anklagepunkt!

Gourmetköche, oder die Hundestaffel des Restaurants?

 Nun, wenn es an die eigenen Kopeken geht, werden die geschäftstüchtigen Reisbällchen empfindlich. Da verwundert es nicht, wenn selbst ein „ausländisches Talent“ mit einigen Ungereimtheiten aufwartet. Er selbst behauptet nun, niemals Hundefleisch zubereitet zu haben. Demnach hätte er also seine Kunden betrogen und könnte wegen falscher Deklaration belangt werden. Auf die Fragen der  Animal Concerns Research and Education Society (Acres), sagte Song, er wüβte nicht mehr warum er die Gerichte als Hundefleisch angepriesen hat (Alzheimer durch Hundefleisch?).

Hasso,- bist Du es wirklich?

Eine Kundenanfrage, nach bekannt werden des Skandals, ob sich denn nun tatsächlich Rottweiler, Pekinese oder Chow Chow im Reisrand befinden beantwortete seine Frau, nachdem sie sich vergewissert hat, daβ der Kunde kein Festlandchinese ist: „Haben sie jemals im Gericht ´Buddha Jumps Over The Wall‘ einen Buddha gefunden?“ Schlau wie ein Schäferhund, die Dame!

Angeblich hat die Agri-Food & Veterinary Authority of Singapore, in drei Jahren mehrere Kontrollen in dem Betrieb gemacht und zog jedes Mal ohne „Doggybag“ wieder ab. Man hat Song allerdings aufgefordert die falsche Deklaration zu berichtigen.

 In der Presse und Foren von netizens (Social Fatwork?), glaubt man dem selbsternannten Hundeschlächter von Jurong jedoch kein Wort! Er wird beschimpft und erhielt nächtliche Anrufe von Tierschützern. Als wolle er seinen eigenwilligen Vorstoß ins Tierreich auf die Spitze treiben, stieβ er beleidigt auch noch in ein riesiges Wespennest seiner Wahlheimat: Er erklärte, wenn die Belästigungen nicht aufhören, erwägt er dem Stadtstaat samt Familie den Rücken zu kehren. Mit dieser unerhörten Undankbarkeit für seinen Aufstieg aus der dritten in die erste Welt, bezieht er nun noch mehr verbale Prügel. Fast alle Kommentare enthalten Vokabeln wie- ´rausschmeiβen, ausbürgern und zurückschicken. Wohl auch von Leuten, die sich zum traditionellen Buddhabrot schon gerne mal Leckereien wie „Waldi in Waldmeister“ auf der Zunge zergehen lassen.

 Ungewohnt für Temasek-Island,- die meisten erbosten Bürger dreschen nun auch noch auf die Regierungspolitik ein, wonach bevorzugt „talentierte“ Landbevölkerungs-Chinesen den PR oder Citizen Status erhalten, nur um der eigenen Rasse die Mehrheit im LeeKuanYuchuuu-Resort zu erhalten. Europäer zum Beispiel, die sich in Singapur niederlassen wollen, um hier zu arbeiten, oder ein Geschäft zu betreiben, müssen bei den Einwanderungsbehörden ein Studium nachweisen! Bleibt die Frage, ob der talentierte Mr. Song wohl ein Gastronomie-Diplom der Universitäten in Rottweil, Bern, Chihuhahua oder Yorkshire vorgelegt hat?

Nur für robustere Typen! ! !

Mehr zum Thema Gourmetteller in Asien mit neuen Rezepten- hier und hier

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2 Antworten to “Gourmet-Tipp der Woche: Rottweiler im Reisrand”

  1. Habe gerade einen Kommentar von Prinz Philip bei einem WWF-Treffen zum Thema gefunden:
    „Wenn es vier Beine hat und kein Stuhl ist, wenn es zwei Flügel hat und fliegt, aber kein Flugzeug ist und wenn es schwimmt und kein U-Boot ist, werden es die Kantonesen essen.“

    Gefällt mir

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