Ein Ei kommt selten allein

Diese Überschrift entstammt nicht der Weisheit von Bar Girls! “Copy -Copy, cheap-cheap” tönt es aus allen Ecken auf jedem Nachtmarkt in Asien. Die sporadisch für Medien abgehalten Verbrennungen von Falsifikaten aller Art, sind inzwischen langweilig. Reporter gehen nur noch zu diesen Events, weil sie von den Cops „gebeten“ werden der Einladung zu folgen.

In Bangkok werden viele der Läden und Marktstände die die neueste Microsoft Software für 4,80 € verkaufen, von Feunden und Familienangehörigen von Polizisten betrieben. Während der Händler-Einkaufspreis für eine gefälschte Rolex oder Patek Phillipe inzwischen bei 200 Baht (4,80 €) liegt, beziehen die „braunen Maden“ wie man sie hier nennt, ihre Ware gern aus konfiszierten LKW-Ladungen mit gefälschter Ware, von Joop’s Designer Unterhosen und Oyster Sauce bis zu iPhones.

In Myanmar wurde allerdings die Grenze des guten Geschmacks im Bereich Kopien etwas überschritten:

Klingeling hier kommt der Eiermann aus dem Mangroven-Labor

Die berühmte Frage danach, was zuerst da war- die Henne oder das Ei, scheint im ehemaligen Burma an Relevanz zu verlieren. Auch die alte Bauernweisheit, wonach ein Ei dem Anderen gleicht, ist in Frage gestellt.  Wie das staatliche Fernsehen in Rangoon berichtete, werden seit einem Jahr „gefälschte” Labor-Eier aus dem Ausland (CHINA) zum Verkauf nach  Burma geschmuggelt.

Angaben über die Herkunftsländer werden wohlweisslich nicht gemacht. Es scheint eher plausibel, dass es sich um ein nationales Problem handelt, da allein schon wegen der Transportkosten für eine Wagenladung gefälschter Eier ein internationaler Schmuggel keinen Profit bringen würde.

Bisher war Myanmar eigentlich als die Hausschmiede Thailands für Kopien aller Art bekannt. Designer-Copy-Handtaschen der grossen Markennamen wie Prada, Louis Vitton oder Channel, finden nachwievor reißenden Absatz unter den Touristen von Phuket bis Patpong.

Als Billiglohnland mit Fabrikationsstätten deren Arbeitsbedingungen an Galeeren erinnern, verfügt Myanmar über unerschöpfliches Personal, dass rund um die Uhr arbeitet. Ausgestattet mit dem nötigen Know-how, einige sogar von den Originalherstellern angelernt, machen sie es möglich mit Fälschungen gute Profite machen.

Wieviel kann man an einem relativ arbeitsaufwendig im Labor hergestellten Frankenstein-Ei verdienen? Ein Hühnerei kostet je nach saisonaler Nachfrage zwischen 75 und 120 Kip, da kann man bei starker Nachfrage und lokaler Produktion einen ordentlichen Profit einstreichen. Das gilt jedenfalls in einer Nation, in der das Jahresdurchschnitts-Einkommen bei 200 US Dollar liegt und über 1/3 der Einwohner unterhalb der Armutsgrenze lebt.

Die Laboreier sollen äusserlich kaum vom Naturprodukt zu unterscheiden sein, doch sie bestehen aus einer Mischung verschiedener Chemikalien, darunter Benzol-Säure, Gelee und chemischen Backpulvern. Abgesehen davon, dass die Eier keinerlei Proteine enthalten, und somit ihr Nährwert gleich Null ist, können die Zutaten durchaus Gesundheitsschäden verursachen. Das ist nun wahrhaftig das Letzte, was die von Natur- und politischen Katastrophen gebeutelten, über 48 millionen Burmesen brauchen.

Alternative wenns mit der Opiumproduktion nicht mehr so klappt

Wie die Zeitung New Light of Myanmar berichtet, soll das Eigelb aus unbekannten Substanzen bestehen, die mit Calcium Chlorid vermischt sind. Die Mixtur wird in ovale Plastikbehälter gegossen und das künstliche Eigelb und Eiweiss sind nicht wie beim Original durch eine Membrane getrennt.

Vor einem Jahr wurden  einige der aufgetauchten Eier von der lokalen Lebensmittelüberwachung im Labor analysiert. Die Ergebnisse sollten baldmöglichst der Öffentlichkeit bekanntgegeben werden. Aber da verhält es sich wie in der Geschichte „Ein Münchener im Himmel“ wo die Landesregierung bis heute auf die himmlischen Eingebungen wartet.

Manche Produkte bedürfen allerdings noch intensiver Forschung

Zur Identifikation gibt die Zeitung folgende Tipps: Die etwas dunklere Schale besteht aus Wax und Paraffin, dadurch glänzt sie stärker und ist etwas rauher als die Originale. Dreht man die Eier auf einem glatten Untergrund, rotieren sie schneller. Kocht man die Copy-Eier, vermischt sich ihr Inhalt.

Wenn es also irgendwo einen Lebensmittel-Frankenstein gibt, der skrupellos und pfiffig genug ist soetwas auszutüfteln, stellt sich die Frage: Sind die Labor-Eier, oder zu 75% aus Sojamehl bestehende Seafood-Produkte vielleicht nur ein Testlauf, bevor man mit der wesentlich lukrativeren Kaviarproduktion beginnt?

Es wird kein Nischenprodukt ausgelassen: Saftschinken für den Jungesellinnen-Abschied

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